Mit dem Altersvorsorgereformgesetz vom 26.05.2026 (BGBl. I, Nr. 156 vom 29.05.2026, S. 1) wird die staatlich geförderte private Altersvorsorge („Riester“) ab dem 01.01.2027 grundlegend neugestaltet.
1. Die wichtigsten Änderungen im Überblick
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Bisheriges Recht
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Neu ab 2027
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Zulagen
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- Feste Zulagen, z.B. 175 € Grundzulage
- Kinderzulage: 185 € bzw. 300 €
pro Kind je nach Geburtsjahr
- Förderung abhängig vom Mindesteigenbeitrag: 4 % des sozialversicherungspflichtigen Einkommens abzüglich der maßgebenden Zulagen
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- Neue Förderung stärker beitragsorientiert
- Kinderzulagen bis zu 300 € pro Kind
- Höhere Förderung bei höheren Einzahlungen möglich, bis max. 540 € Grundzulage
- Besonders Familien profitieren weiterhin von Kinderzulagen
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Beiträge
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- Mindesteigenbeitrag abhängig vom Einkommen
- Mindestbetrag: 60 € p.a.
- Max. geförderter Beitrag: 2.100 €
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- Keine Kopplung mehr ans Einkommen
- Fester Mindestbeitrag: 120 € p.a.
- Max. Eigenbeitrag: 1.800 €
- Insg. vereinfachte Beitragsstruktur
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2. Wahlmöglichkeit für Versicherte, die die Riester-Förderung bei der VddB bereits vor dem 01.01.2027 nutzen
Alle, die bereits vor dem 01.01.2027 die Riester-Förderung bei der VddB nutzen, haben ein Wahlrecht. Das bedeutet:
Sie können wählen, ob Sie
- die bisherigen Förderregeln beibehalten, oder
- in das neue Fördersystem wechseln.
Wichtig:
- Um im bisherigen Fördersystem zu bleiben, muss man nichts tun.
- Für den Wechsel in die neue Art der Förderung ist eine Erklärung (E-Mail reicht aus) gegenüber der VddB, die unwiderruflich ist, erforderlich. Diese ist jederzeit ab dem 01.01.2027 möglich und gilt dann ab dem Jahr, in dem der VddB die Erklärung zugeht.
- Riestern Sie bei mehreren Anbietern, können Sie sich nur einheitlich für die alte oder neue Rechtslage entscheiden. Erklären Sie gegenüber einem Anbieter, dass Sie die neue Rechtslage wünschen, gilt das dann automatisch für alle Ihre Riesterverhältnisse.
- Schließen Sie nach dem 31.12.2026 ein neues Riesterverhältnis bei einem anderen Anbieter ab, gilt dann auch für Ihr Riesterverhältnis bei der VddB die neue Rechtslage.
Welches Fördersystem günstiger ist, hängt von den persönlichen Verhältnissen ab. Insbesondere Einkommen, geleistete Beiträge und die individuellen Zulagevoraussetzungen können sich auf das Ergebnis auswirken.
Vergleichen Sie die beiden Fördermodelle:
Mit unserem Vergleichsrechner können Sie anhand Ihrer persönlichen Angaben unverbindlich vergleichen, wie sich die bisherige Riester-Förderung und das neue Fördermodell ab 2027 auf Ihre Förderung bei der VddB auswirken.
[Link Zum Vergleichsrechner]
Wichtig: Der Vergleichsrechner dient der Orientierung und ersetzt keine individuelle steuerliche oder finanzielle Beratung. Die VddB kann eine solche Beratung ebenfalls nicht ersetzen.
3. Was bleibt gleich?
Kapitalgedeckte, auf gesetzlicher Grundlage beruhende Versorgung
Die Altersvorsorge bei der VddB bleibt weiterhin zu 100 % kapitalgedeckt und ausfinanziert. Da die VddB als Pensionskasse und damit betriebliche Altersvorsorgeeinrichtung gilt, sind die im Altersvorsorgereformgesetz vorgesehenen Neuerungen hinsichtlich des Kapitaldeckungsgrads - Stichworte: Altersvorsorgedepot mit und ohne Beitragsgarantie und Standarddepot Altersvorsorge - nicht relevant für die VddB.
Zudem ist auch weiterhin zu beachten, dass Zusatzbeiträge nicht angerechnet werden können, sofern in einem Beitragsjahr die gesamten zwölf Monate mit Pflichtversicherungsbeiträgen belegt sind.
Förderfähiger Personenkreis
Bei der VddB können auch weiterhin nur Pflichtversicherte, d.h. bei einem deutschen Theater überwiegend künstlerisch beschäftigte Bühnenangehörige, und Weiterversicherte die Riester-Förderung in Anspruch nehmen. Die VddB gilt als Pensionskasse und nur von dem genannten Personenkreis an die Anstalt geleistete Beiträge nach § 82 Abs. 2 S. 1 EStG können bei der Riester-Förderung gefördert werden.
Freiwillig Versicherte können bei der VddB die Riester-Förderung weiterhin nicht nutzen. Bei sonst gegebenen Voraussetzungen können sie als Selbständige ab 01.01.2027 bei einem anderen - privaten - Anbieter die Förderung beanspruchen.